Der Schwerpunkt auf einen Blick
SYMPOSIUM
Exilforschung heute – Positionen, Fragestellungen, Perspektiven

Die Exilforschung hat sich seit den 1960ern als festes Forschungsfeld etabliert, in zahlreichen Disziplinen wird dem weitgefächerten Begriff des Exils und seinen Kontexten nachgespürt. Ausgehend von der traurigen Gewissheit, dass erzwungene Vertreibung und Flucht Kontinuitäten der menschlichen Geschichte zu sein scheinen, haben aber nicht nur die Wissenschaften zur Auseinandersetzung mit dem Exil beigetragen; auch die Künste – nicht zuletzt Film und Literatur – widmeten sich immer wieder diesem komplexen, nicht immer unumstrittenen Terminus und den damit verbundenen Herausforderungen. Das Zusammenspiel aus Reflexion und Betrachtung, das Innehalten angesichts regalfüllender Analysen und die gegenwärtige, nicht immer nur glücklich zu nennende Neuorientierung in der Vermittlungsarbeit sind zentrale Momente, die zur Gestaltung der Tagung „Exilforschung heute“ beitragen. Abseits eines ohnehin uneinlösbaren Vollständigkeitsanspruchs wird anhand zentraler Fragestellungen, historischer Entwicklungen und aktueller Einzelstudien die Begrifflichkeit des Exils von internationalen Expertinnen und Experten (neu) adressiert. Eine Filmschau, die in das Gesamtprogramm des Festivals eingebettet ist, begleitet und erweitert das Symposium gleichermaßen. Deutlich wird: Die Frage nach dem Exil ist keine Frage der Vergangenheit, sie ist eine Frage nach Verantwortung, nach Haltung und nach deutlicher Positionsarbeit.

Eine Veranstaltung des Jüdischen Filmfestivals Wien
Organisiert von Karin Moser & Thomas Ballhausen
Gesamtleitung: Sarah Julia Stroß

SYMPOSIUM 14. bis 16. Oktober im Votivkino 

Exilforschung heute – Positionen, Fragestellungen, Perspektiven

14. Oktober Eröffnung & Festvortrag 20.00 Uhr
Robert Dassanowsky (Colorado): Key Note
https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_von_Dassanowsky
Im Anschluss Filmvorführung: Der Riss der Zeit (Regie: Helene Maimann)

15. Oktober 10.00 –15.00 Uhr – Eintritt frei 
10.00 Begrüßung & Moderation: Karin Moser
10.30 Günter Krenn (Wien): Wie schreibt man über „Exil“?
11.30 Johann Kirchknopf (Wien): Nicht fremder als die Heimat. Homosexualität und Exil.
12.30h Christian Cargnelli (Wien): Destination London – Filmexil in Großbritannien

16. Oktober 10.00 –15.00 Uhr – Eintritt frei
10.00 Begrüßung & Moderation: Thomas Ballhausen
10.30 Michael Achenbach (Wien): Prinzipien und Mechanismen der NS-Vertreibungspolitik
11.30 Alessandro Barberi (Wien): „Logos“ im Exil. 12.30 Elena Messner (Marseille): David Albaharis serbisch-kanadische Exiltexte.
13.30 Ursula Seeber/Veronika Zwerger (Wien): Erziehung zur Anteilnahme. Die Exilbibliothek. Sammlungen, Aufgaben, Herausforderungen.